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LuxemburgWarum der pharmazeutisch-technische Assistent so gefragt ist
Monatlich rund zehn offene Stellen, 20 neue Apotheken geplant: Cid Duarte Peralta erklärt, warum der Beruf boomt – und Personal fehlt.

Cid Duarte Peralta spricht mit viel Leidenschaft über seinen Beruf als pharmazeutisch-technischer Assistent, auch wenn sein Weg dorthin zunächst nicht geradlinig verlief. Nach seiner Ausbildung orientierte er sich zunächst in Richtung Krankenpflege, bevor er in die Apotheke zurückkehrte. Seit inzwischen 20 Jahren arbeitet er im CHL. Heute ist er zudem Präsident des Verbandes der pharmazeutisch-technischen Assistenten und setzt sich dafür ein, den wenig bekannten Beruf stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Der pharmazeutisch-technische Assistent arbeitet eng mit dem Apotheker zusammen und übernimmt unter dessen Verantwortung zentrale Aufgaben im Apothekenalltag. Dazu zählen die Abgabe von Medikamenten, die Verwaltung von Beständen und Bestellungen sowie die Herstellung steriler und nicht steriler Rezepturen, darunter auch Chemotherapien. Eingesetzt werden pharmazeutisch-technische Assistenten vor allem in zwei Bereichen: in öffentlichen Apotheken und in Krankenhausapotheken.
«Es ist ein völlig verkannter Beruf», sagt Peralta. In öffentlichen Apotheken sei für Kunden oft kaum erkennbar, wer welche Aufgaben übernimmt. Zwar tragen viele Beschäftigte einen weißen Kittel, doch dahinter verbergen sich unterschiedliche Berufsbilder – vom Apotheker über den pharmazeutisch-technischen Assistenten bis hin zu weiteren Assistenzkräften. Gerade deshalb bleibe der Beruf für viele Menschen unsichtbar.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Beruf deutlich verändert. Cid Duarte Peralta beobachtet, dass die Aufgaben kontinuierlich zugenommen haben. Vor allem in Krankenhäusern würden angesichts des hohen Drucks auf das Pflegepersonal zunehmend Tätigkeiten an pharmazeutisch-technische Assistenten übertragen, die als Spezialisten für Medikamente gelten.
Mit den erweiterten Aufgaben ist auch der Personalbedarf gestiegen. «In Luxemburg ist die Zahl der Neueinstellungen exponentiell gewachsen. Man muss wissen, dass wir vier waren, als ich im CHL anfing. Heute sind wir 30», so Peralta.
Ein Zukunftsberuf
Während der Bedarf an pharmazeutisch-technischen Assistenten in Luxemburg weiter wächst, fehlt es aus Sicht von Cid Duarte Peralta an einer eigenen Ausbildung im Land. Auch die auf Anfrage von L’essentiel kontaktierte «École nationale de santé» (Ensa) sieht Handlungsbedarf. Eine entsprechende Ausbildung sei für den luxemburgischen Pharmasektor notwendig und werde von den beteiligten Akteuren grundsätzlich unterstützt.
«In den öffentlichen Apotheken sind jeden Monat etwa zehn Stellen zu besetzen. Und das Ministerium plant die Eröffnung von etwa 20 weiteren Apotheken, daher weiß ich nicht, wo wir das Personal hernehmen sollen …», beklagt Peralta.
Steigende Nachfrage?
Der Großteil der pharmazeutisch-technischen Assistenten in Luxemburg sind derzeit Grenzgänger, die von besseren Arbeitsbedingungen und höheren Gehältern profitieren. Nach Einschätzung von Peralta verändert sich die Situation jedoch zunehmend, insbesondere in Frankreich. Seit der Covid-Pandemie sei der Beruf stärker aufgewertet worden, weil deutlicher geworden sei, wie wichtig pharmazeutisch-technische Assistenten für das Gesundheitssystem sind. In der Folge seien auch die Gehälter gestiegen.
In Luxemburg beginnt das Bruttogehalt laut Peralta im Krankenhaus bei rund 5000 Euro im Monat. In einer öffentlichen Apotheke liegt das Einstiegsgehalt demnach bei etwa 3400 Euro brutto. Der 41-Jährige ist überzeugt, dass die Nachfrage nach Fachkräften weiter steigen wird.
Auch die Ensa reagiert auf den wachsenden Bedarf. Sie kündigt an, mit der Ausarbeitung einer eigenen Ausbildung auf BTS-Niveau für pharmazeutisch-technische Assistenten zu beginnen und anschließend das entsprechende Akkreditierungsverfahren einzuleiten.
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