Crisis inmobiliaria en Luxemburgo: cada vez más adultos viven con sus padres

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Trotz Job, Sparen und jahrelanger Rücklagen reicht es für viele Singles nicht zur eigenen Wohnung. Anabelle und Simon erzählen, wie frustrierend das ist.

Olivier Loyens

Diese Erfahrungsberichte «sind essenziell, um die menschlichen Folgen der Wohnungsnot in Luxemburg sichtbar zu machen», schätzt Gilles Hempel, Direktor der Stiftung für den Zugang zu Wohnraum (Fondation pour l'accès au logement).

Diese Erfahrungsberichte «sind essenziell, um die menschlichen Folgen der Wohnungsnot in Luxemburg sichtbar zu machen», schätzt Gilles Hempel, Direktor der Stiftung für den Zugang zu Wohnraum (Fondation pour l’accès au logement).Freepik (Symbolbild)

«Seit inzwischen 27 Jahren pendle ich zwischen meinen Eltern und meinem Freund», sagt Anabelle* frustriert. Sie ist vom sogenannten Tanguy-Phänomen betroffen, benannt nach der französischen Komödie aus dem Jahr 2001. Die Einwohnerin erzählt, dass sie Geld spart, seit sie alt genug zum Arbeiten ist. Ihr Ziel: sich irgendwann allein eine eigene Wohnung kaufen zu können. «Ich habe sogar das gesamte Geld aus meinen Stipendien zur Seite gelegt und nichts davon angerührt», erzählt sie. «Während meines Studiums habe ich jedes Wochenende in einem Supermarkt gearbeitet.»

Heute arbeitet Anabelle als Erzieherin in einer kommunalen Kindertagesstätte. Sie verdiene gut, sagt sie. Weil sie jedoch nur 30 Stunden pro Woche arbeitet, wollte ihr die Bank für eine Laufzeit von 25 Jahren lediglich 275.000 Euro leihen. «Mit diesem Budget kann ich mir gerade einmal eine Garage leisten», beklagt sie.

Ähnlich geht es Simon*, 36 Jahre alt und alleinstehend. Auch er muss bei seinen Eltern wohnen. «Ich arbeite 35 Stunden pro Woche», sagt der kaufmännische Angestellte. «Vor etwa zwei Jahren habe ich meinen Bankberater gefragt, wie viel Kredit ich maximal bekommen könnte. Er sagte mir: ‹Höchstens 300.000 Euro.› Für diesen Preis kann man in Luxemburg nichts kaufen. Und das, obwohl ich arbeite und auf meine Ausgaben achte.»

«Ich möchte einfach nur eine kleine Wohnung, in der ich endlich unabhängig sein könnte»

Anabelle

Anabelle hatte zwischenzeitlich darüber nachgedacht, nach Belgien zu ziehen. Doch sie möge Luxemburg «so sehr», dass sie die Idee «schnell wieder verworfen» habe. «Hier kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Das ist echter Luxus. Ich kann mir kaum vorstellen, jeden Tag das Auto nehmen zu müssen.» Simon wiederum erwägt einen Umzug nach Frankreich oder Belgien.

Anabelle wartet nach eigenen Angaben darauf, ihre Arbeitszeit erhöhen zu können, um Anspruch auf einen höheren Kredit zu haben. «Und selbst dann will ich mir kein Haus kaufen», sagt sie. «Ich möchte einfach nur eine kleine Wohnung, in der ich endlich unabhängig sein könnte. Aber bei den hohen Wohnungspreisen scheint es unmöglich, bei meinen Eltern auszuziehen.»

Jeden Tag schaue sie sich die Angebote auf den Internetseiten der SNHBM, Société nationale des habitations à bon marché, und des Fonds du logement an. «Aber die dort angebotenen Wohnungen richten sich häufig an Familien mit Kindern. Da ich allein bin, sind meine Chancen gering.»

Auch Geschiedene müssen zu ihren Eltern zurück

Hinzu kommen die hohen Kreditzinsen. Anabelle bezeichnet sie als «exorbitant». Am Ende könne man schnell monatliche Kreditraten von mehr als 1000 Euro zahlen müssen. «Manchmal verliere ich die Hoffnung», erzählt sie. «Aber dann fange ich mich wieder und sage mir, dass es im Leben Schlimmeres gibt und ich das Glück habe, ein Dach über dem Kopf zu haben. Also mache ich das, was man mir immer beigebracht hat: Geld zur Seite legen. Gleichzeitig gönne ich mir etwas und reise. Aber tief in mir bleibt die Frustration.»

Junge Menschen in Luxemburg verlassen ihr Elternhaus im Schnitt mit 26,9 Jahren. Das geht aus Eurostat-Zahlen für 2024 hervor. Damit liegt das durchschnittliche Auszugsalter so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. Anfang der 2000er-Jahre lag es noch bei etwa 25,5 Jahren.

In welchem Alter bist Du aus dem Elternhaus ausgezogen?

Die Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt treffen jedoch nicht nur junge Menschen. Auch Geschiedene müssten mitunter wieder bei ihren Eltern einziehen, erklärt Immobilienmakler Mourad Icher. «Es gibt auch Fälle von Geschiedenen, die aus finanziellen Gründen oder mangels einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung gezwungen sind, weiterhin unter einem Dach zusammenzuleben», sagt er. «Durch den starken Anstieg der Zinsen und den Rückgang der Preise pro Quadratmeter in einigen Bereichen kann sich der Verkauf einer Immobilie mitunter schwierig gestalten. In manchen Fällen geraten Eigentümer sogar in eine Situation, in der sie praktisch mit Verlust verkaufen würden.»

«Diese Erfahrungsberichte sind entscheidend, um die menschlichen Folgen der Wohnungskrise in Luxemburg sichtbar zu machen», sagt Gilles Hempel, Direktor der Stiftung für den Zugang zu Wohnraum.

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